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Beispielhafte Biotophege im gemeinschaftlichen Jagdbezirk Brauerschwend
„Wir praktizieren biologische Vielfalt, wir haben uns dem Schutz und der Erhaltung der heimischen Tierwelt und der Sicherung ihrer Lebensräume seit Generationen verschrieben“ erklärte der Brauerschwender Jagdpächter Christian Hagemeier den Teilnehmern einer Exkursion der Hegegemeinschaft Grebenau. Die Jägerfamilie Hagemeier hat das Revier Brauerschwend seit fast 50 Jahren gepachtet und dabei Vorbildliches bei der Pflege und Gestaltung der Lebensräume, der Erhaltung und Verbesserung von Feuchtgebieten und der Anlage stukturreicher Deckungs- und Äsungsflächen geleistet. Die Teilnehmer des Revierganges waren begeistert von den blühenden Ackerrandstreifen, den gras-, kraut- und strauchbewachsenen Feldrainen, Hecken und Feldgehölzen. „Wir partizipieren zwar von der Sukzession und landwirtschaftlicher Stillegung, aber von selbst ist das alles nicht gewachsen, jedes Frühjahr hilft die ganze Familie mit bei der Gehölzpflanzung und der Anlage von Wildäsungsflächen, berichtet Hagemeier schmunzelnd. Jagdvorsteher Ernst Kreuder betont die gute Zusammenarbeit zwischen Jagdgenossenschaft und Jagdpächtern: “Wir sprechen uns deutlich aus, ziehen aber einem Strang, jeder packt bei der Wildschadensverhütung mit an, auftretende Schäden regelt der Pächter, wir haben noch keinen amtlichen Schätzer gebraucht.“ Dies bestätigt auch Frank Leinberger von der Unteren Jagdbehörde des Vogelsbergkreises, der dem Pächter einen hohen Schwarzwildstrecke und eine intensive Fuchsbejagung bescheinigt. Die Jahresstrecke an Füchsen, die Tollwut und Bandwürmer übertragen können, beträgt über 40 Stück. Hagemeier und Kreuter erläutern in ihrer Revierbeschreibung , dass es sich beim 660 ha großen GJB Brauerschwend gewiss um kein „einfaches Revier“ handelt. Zum Ambiente gehören eine Kreismülldeponie, ein Basaltsteinbruch, neu errichtete Windkraftanlagen und eine vielbefahrene Bundesstraße mit einem hohen Anteil von Verkehrsfallwild. „Pachtwertminderung und Ausgleichsmaßnahmen sind daher für uns keine Fremdworte“, bekunden beide. Trotz der vorhandenen zahlreichen Eingriffe in Natur und Landschaft, freut sich Hegegemeinschaftsleiter Erich Lindenlaub, über die Erfolge der Niederwildhege (es gibt noch Rebhühner im Revier), des Biotopschutzes und der Lebensraumsicherung. „Angesichts dieser hervorragenden ehrenamtlichen Leistungen, für den heimischen Natur- und Artenschutz, fühlen sich die Jagdpächter durch die Erhebung von zusätzlicher Jagdsteuer durch den Vogelsbergkreis geradezu bestraft“, ärgert sich Lindenlaub und kündigt diesbezüglich weitere jagdpolitische Initiativen an. Durch Anpachtung des angrenzenden Eigenjagdbezirkes „Kohlhaupt“ gibt es in Brauerschwend eine „entspannte, wildfreundliche Wald- Feldgrenzen- Situation“, betont Förster Arno Eifert , der für den benachbarten Staatswald des Reviers Schwarz zuständig ist. Eifert sieht in der „Hege Hagemeiers“ und der Verbesserung und Wiederherstellung artenreicher Lebensräume einen wesentlichen Grund dafür, dass “bei uns noch Uhu und Wildkatze heimisch sind“.
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